15.1.2008:
Das Formular-Chaos
Im Innenministerium ist die Formularkrise ausgebrochen. Seit
PLATTERWATCH das Überwachungsformular ins Netz gestellt hat, brechen die
Sicherheitslücken auf.
Wer ein Handy orten oder die IP-Adresse eines Computers
verfolgen will, muss nur das Formular an einen Provider faxen. Wenn er dann
unten bei „Auskunft" sein Kreuz bei „fernmündlich" macht und seine eigene
private Telefonnummer dazu schreibt, ist die Chance groß, dass er vom Provider
eine Auskunft erhält.
Telekom-Experten berichten, dass das am besten am Wochenende
geht. Zu dieser Zeit halten die Provider ihren Betrieb nur mit Journaldiensten
aufrecht.
Jetzt rächt es sich, dass der Innenminister jede Kontrolle
ausgeschaltet hat:
- die Kontrolle durch Richter. Die Polizei darf die Daten von Handy und Internet ohne richterliche Genehmigung abfragen;
- die Kontrolle durch Vorgesetzte. Im Gegensatz zum alten Gesetz darf jetzt jeder Polizist beim Provider Daten abfragen.
Seit es das Formular gibt, ist die Zahl der Anfragen
sprungartig gestiegen. Die Platter-Lücke ist weit offen. Jetzt wird nach Lust
und Laune abgefragt. Noch nie war orten oder IP-Adressen verfolgen so einfach.
Telekom-Providern fällt dabei eines auf: Plötzlich, mit dem
neuen Formular, steigen die Suizidfälle. Es wird wild drauflos abgefragt. Wahrscheinlich
weiß nicht einmal der Minister, was seine Beamten jetzt mit dem Formular
treiben.


