Marie Ringler: Jetzt steht Günther Platters Fingerabdruck der Welt zur Verfügung. Schwer war er nicht zu kriegen, soviel kann ich versichern.
Platter behauptet ja ständig, es wäre keine zentrale Speicherung der Fingerabdruckdaten geplant. Bloss: er muss das sowieso nicht planen, die Europäische Kommission hat das schon längst für ihn getan. Platter startet also die präventive erkennungsdienstliche Beamtshandlung aller Österreicherinnen und Österreicher. Keiner ist mir vor ihm sicher.
Denn das bloße Vorhandensein der Abdrücke im Pass wird also zu einem Sicherheitsrisiko für die Besitzer. Zuviele öffentliche Stellen (von den Magistratischen Bezirksämtern bis hin zu den Zollbeamten) werden Zugriff auf die Fingerabdrucklesegeräte und die Datenbank haben. Dem Mißbrauch ist Tür und Tor geöffnet.
Und ausserdem hilft es nichts: Auch dieser laut Staatsdruckerei „sicherste Reisepass“ wird geknackt werden - beim Pass mit Chip dauerte das in Großbritannien keine 2 Wochen. Und einen einmal kompromittierten Fingerabdruck kann man nicht mehr ändern - er ist für immer nutzlos für jede Form von Identitätsprüfung geworden.
Denn wie einfach es ist, mit primitiven Mitteln und ohne Hi Tech-Labor eine Finger-Attrappe herzustellen, die auch moderne Scanner überlistet, zeigte erst zuletzt wieder der deutsche CCC.
Es bleibt nur zu hoffen, dass der Innenminister das sinkende biometrische Schiff verlässt, bevor seine „Sicherheitspolitik“ irreversiblen Schaden an der Freiheit und Sicherheit der Menschen anrichtet.


