Marie Ringler: Jetzt ist sie da. Die Online-Durchsuchung. Heute hat die "Interministerielle Arbeitsgruppe zur Online-Durchsuchung" vertreten durch den Vorsitzenden Bernd-Christian Funk den Ministern Platter und Berger ihren Bericht übergeben. Platterwatch war dabei.
Der Bericht ist mehr als 100 Seiten lang. Wir werden ihn genau lesen und analysieren. Klar ist aber bereits jetzt: die Online-Durchsuchung kommt, wenn es nach SPÖ und ÖVP geht. Die Frage ist nur mehr in welcher Form.
Platter fürchtet den internationalen Terrorismus und Berger macht gleich mit.
Dabei zeigt sich beim ersten Schnell-Lesen des Berichts: es sind viele Fragen offen. Und dem Missbrauch ist Tür und Tor geöffnet. Denn: die Technik hinter den Trojanern ist mehr als komplex.
- Wer programmiert dem Innenminister die Software?
- Wie kommt er an die Sicherheitslücken heran, die eine Einbringung des Trojaners überhaupt erst ermöglichen?
- Wie werden die Trojaner dann ins System gebracht OHNE dass es der Verdächtige bemerkt (Firewalls, Anti-Viren-Software, etc. können da dem Innenminister ein Schnippchen schlagen...)?
- Was tun, wenn der Verdächtige seine Daten verschlüsselt?
- Wer stellt sicher, dass die Daten aus einer solchen Massnahme nicht manipuliert sind?
Die Trojaner sind ein gefährlicher Anschlag auf unsere Privatsphäre. Ermittlungstechnische Probleme des Innenministers lösen sie nicht.
Platterwatch hat erreicht, dass das Justizministerium den vollständigen Bericht auf seiner Seite veröffentlicht hat. Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung.
Hier der link: http://www.justiz.gv.at/service/content.php?nav=66&id=434


